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PANELS+ZEITPLAN Deutsch

Panel 1: No/New Copyright
Donnerstag, 13.6., 10 Uhr



Seit in England im Jahr 1710 das Statute of Anne in Kraft trat, wurde geistiges Eigentum in immer mehr Staaten der Welt geschützt. Das Urheberrecht hat sich zu einem wichtigen Rechtsgut entwickelt. Es schützt Künstler und gewährleistet, dass diese von ihrer Kreativität leben können. Doch gilt das heute auch noch? Entspricht das Urheberrecht den Gegebenheiten unserer Zeit? Der Bogen der Forderungen reicht von „Beibehaltung“ über „Neuformulierung“ bis hin zur „Abschaffung“ des Urheberrechts. Wir stehen an einem wichtigen Wendepunkt, der für die Zukunft (der Vergütung) von geistigem Eigentum und künstlerischem Schaffen entscheidend ist.

Keynote: Joost Smiers, Politikwissenschaftler und Autor des Buches "No Copyright"

Anschließend Diskussion mit Cristina Busch, IMAGO und Johannes Studinger, UNIMEI, Hrvoje Hribar - Croatian Film Institute

Moderation: Mercedes Echerer



Darauf folgt ein Vortrag von Eckhard Höffner, fifoost.org, zur zukünftigen Entwicklung des Urheberrechts

Q&A: Die neue Verwertungsgesellschaft C3S
Donnerstag, 13.6., 11 Uhr 30

 


Unzufrieden mit den Verwertungsgesellschaften? Gründen Sie doch einfach eine neue. Geht nicht? Doch! Die C3S - Cultural Commons Collecting Society will vieles anders und besser machen, als die "alten" VGs.



Wolfgang Senges von der C3S stellt sich den Fragen des Moderators Walter Gröbchen und des Publikums.

Panel 2: Solidarność
Donnerstag, 13.6., 12 Uhr

Die Verwertungsgesellschaften stehen unter Beschuss. Nicht mehr zeitgemäß, nicht transparent, unklare Verteilung der eingenommenen Gelder – so lauten die Vorwürfe, vor allem auch von Seiten der Künstler. Das Gros der Kohle geht an die Dieter Bohlens dieser Welt. Andererseits heißt es aber: „Wir Künstler SIND die Verwertungsgesellschaften“. Wie ist es also um die Solidarität bestellt? Denn genau die Künstler sind es ja, die auf den jeweiligen Generalversammlungen den Verteilungsschlüssel festlegen und das System ändern könnten. Doch sie tun es nicht. Solidarność oder mittelalterliche Ständeordnung? Und: kann man als Kunstschaffender überleben, ohne Mitglied einer VG zu sein? Wie könnte man das System optimieren? Am Beispiel der Musikbranche wird die Thematik diskutiert.

Auf dem Panel, u.a. Dr. Motte, Loveparade-Erfinder und DJ; Zoe.Leela, Künstlerin; Klaus Ager, European Composers´ Forum; Peter Vieweger, ehem. Falco-Bandleader und Vize-Präsident der AKM; Olga Smetanova, IAMIC.

Moderation: Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung


Panel 3: Lassen Sie mich durch – ich bin Urheber
Donnerstag, 13.6., 15 Uhr



Seitdem die Debatte um das Urheberrecht im Mainstream angekommen ist, formieren sich in vielen Ländern Künstlerinnen und Künstler mit Aussagen wie "Wir sind die Urheber!" oder auch „Kunst hat Recht“. Dabei ist rein rechtlich gesehen schon jeder, der ein Handyfoto schießt, ein Urheber. Ist Urheberschaft ein Beruf? Es soll eruiert werden, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um sich Urheber nennen zu können. Muss man von seinem kreativen Schaffen leben können? Muss man sich berufen fühlen? Und: ist die Abgrenzung Urheber/Konsument in Zeiten von Youtube-Mashups, Pintarest-Pinnwänden und dem Aufkommen des Begriffs „Produser“ überhaupt noch zeitgemäß? Muss das Urheberrecht dieser Entwicklung nicht Rechnung tragen? Ist Europa bereit für die Einführung einer Fair-Use-Regelung?

Keynote: Till Kreutzer, irights.law

Auf dem Panel: Johannes Grenzfurthner, monochrom; John Groves, Composers´ Club; Matthias Fritsch, Medienkünstler u.a.

Moderation: Matthias Dusini, Falter

Panel 4: Notice and take down
Freitag, 14.6., 10 Uhr

Das gerne gebrauchte Argument, dass es nicht genügend legale Angebote in Europa gäbe, stimmt für den digitalen Musikmarkt definitiv nicht. Doch wie sieht es im Bereich der Literatur aus? Weshalb wächst dieser Markt so langsam? Eine illegale Plattform im Karibikstaat Belize hat 2 Millionen „Kunden“ jährlich, doch es gibt kaum Verlage, die nennenswerte Einnahmen durch ebooks haben. Was kann gegen die Piraterie getan werden? Weshalb lernt die Branche nicht aus den Fehlern, die im Film- und Musikbereich gemacht wurden? Und: welchen Wert hat das geschriebene Wort im Netz.

Keynote: Bálasz Bódo, warsystems.hu, Piracy Researcher/IVR Amsterdam

Auf dem Panel: Beate Kuckertz, dotbooks.de; Benedikt Föger, Czernin Verlag; Daniel Carinsson, Autor, Kurt Einzinger/ISPA u.a.

Moderation: Christoph Braendle, Autor

Präsentation Filmvertragsdatenbank
Freitag, 14.6., 11 Uhr 30

 

Der Brüsseler Rechtsanwalt Michel Gyory präsentiert eine neue Vertragsklauseldatenbank für die Filmindustrie, die im Rahmen des Euromed Audiovisual Programms der Europäischen Kommission entwickelt worden ist. Die Datenbank ermöglicht die einfache und kostenlose Erstellung von Verträgen für Spielfilme, Dokumentarfilme, Fernsehfilme und Fernsehserien.

Panel 5: Gekapertes Kino
Freitag, 14.6., 12 Uhr

Lohnt es sich heute – und vor allem in Zukunft – noch, aufwändige Filme für die Kinoleinwand zu produzieren, wenn schon kurz nach (oder vor!) dem offiziellen Starttermin Raubkopien auf den bekannten Portalen auftauchen? Wie sollen die teils enorm hohen Anfangsinvestitionen wieder eingespielt werden, wenn die Einnahmen durch die klassische Kinovermarktung langsam wegbrechen? Droht ein Verlust des kulturellen europäischen Erbes? Oder müssen die Produzenten einfach mehr Kreativität entwickeln und sich den Gegebenheiten anpassen?

Keynote: Jérémie Zimmermann, La Quadrature du Net, Paris

Auf dem Panel: Werner Müller, Film and Music Austria; Dagmar Streicher, Regisseurin; Jamie King, vodo.net , Paul Harather, Produzent&Regisseur, Ted Shapiro, Anwalt, ex Motion Picture Association of America

Panel 6: Drohszenario Drosselnetz
Freitag, 14.6., 15 Uhr



Der Erfolg des Internets beruhte bislang auf dem gleichberechtigten Zugang aller Netzteilnehmer. Dieses Prinzip, das die freien Teilhabe am digitalen Markt garantiert, heißt Netzneutralität. Internet Service Provider wollen jedoch nicht mehr bloße Spediteure von Datenpaketen sein. Sie wollen für den bevorzugten Transport mancher Inhalte gesondert bezahlt werden. Das heißt: Das heißt: Wer in Zukunft Angebote ins Netz stellt, die ohne technische Einschränkungen und in bester Qualität zu allen Endkunden gelangen sollen, soll ebenso zusätzlich bezahlen, wie alle Internetnutzer, die gleichfalls in voller Geschwindigkeit und in bester Qualität am gesamten Internet teilnehmen wollen. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung für die kulturelle Vielfalt? Was bedeutet dies für die gesellschaftliche und kommerzielle Bedeutung des Internets - und wie kann diesem Trend begegnet werden?

In Kooperation mit der Initiative für Netzfreiheit und VIBE!AT:

Keynote: Marietje Schaake, MEP/ALDE

, Panelisten:

Daphne van der Kroft/Bits of Freedom; Philpp Sandner/RTR; Marco Schreuder/Grüne; Thomas Lohninger /Initiative für Netzfreiheit, Maximilian Schubert/ISPA; Gerhard Loub/ÖVP

Moderation:
Sarah Kriesche / Ö1, FM4

 

PANELS+SCHEDULE English

Panel 1: No/New Copyright
Thursday, 13th June, 10:00

Since the Statute of Anne entered into force in England in the year 1710, intellectual property has been safeguarded in an increasing number of countries around the world. Copyright has become an important legally protected interest. It protects artists and guarantees that they can live from their creativity. But is this still applicable today? Does copyright correlate with the realities of our time? The spectrum of demands ranges from “upholding” to “reformulating” or even “abolishing” copyright. We are standing at a significant milestone, which will be decisive for the future (compensation) of intellectual property and artistic work. 

Keynote: Joost Smiers, political scientist and author of the book "No Copyright", Amsterdam

Discussion with Cristina Busch, IMAGO, Johannes Studinger, UNIMEI; Hrvoje Hribar, Croation Film Institute et al.

Chair: Mercedes Echerer

After that: Presentation by Eckhard Höffner, fifoost.org, about the future development of copyright

Q&A: C3S, The New Collecting Society
Thursday, 13th June, 11:30

Unhappy with the collecting societies? Why not launch a new one. Impossible? Not a bit. The C3S - Cultural Commons Collecting Society strives to do things different and better than the traditional collecting societies.

Wolfgang Senges of C3S is facing questions by the moderator Walter Gröbchen and the audience.

Panel 2: Solidarność
Thursday, 13th June, 12:00

Collecting societies are under fire. Not in keeping with the time, not transparent, unclear distribution of accumulated money – these are the accusations, above all from the side of the artist. The bulk of the cash flows in the direction of the Dieter Bohlens of this world. On the other hand, the saying goes: “We artists ARE the collecting societies.” What is this doing to solidarity exactly? For it is precisely the artists who specify the distribution basis at the respective general assemblies and could also abolish the system of “privileged members”. But they don’t. Solidarność or a medieval caste system? And: Can one survive as an artist without being a member of a collecting society? How can we optimise the system? This topic will be discussed on the example of the music branch.

Discussion with et al. Dr. Motte, inventor of the Love Parade and DJ; Zoe.Leela, Artist without collecting society, Klaus Ager, European Composers´ Forum; Peter Vieweger, former Falco-Bandleader and Vice-President of AKM; Olga Smetanova, IAMIC

Chair: Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung

Panel 3: Let me through – I’m an author
Thursday, 13th June, 15:00

Since the debate around copyright has arrived in the mainstream, groups of artists have been forming in numerous countries with statements such as “We are the authors!” or “Art is right”. However, strictly from a legal point of view, anyone who takes a snapshot with his or her mobile phone is an author. Is authorship a profession? It should be determined which conditions must be fulfilled in order to call oneself an author. Should one be able to live from their creative work? Must one feel a calling? And: Is the differentiation author/consumer even still applicable in the age of YouTube mashups, Pinterest pinwalls, and the emergence of the term “produser”? Shouldn’t copyright take these developments into account? Is Europe ready for the introduction of a fair use policy? 

Keynote: Till Kreutzer, irights.law

Panel: Johannes Grenzfurthner, monochrom; John Groves, Composers´ Club; Matthias Fritsch, Media Artist et al.

Chair: Matthias Dusini, Falter

Panel 4: Notice and take down
Friday, 14th June, 10:00

The happily used argument that there isn’t enough legal offers in Europe is certainly not true for the digital music market. But how does it look in the realm of literature? Why does this market grow so slowly? An illegal platform in the Caribbean state Belize has two million “clients” annually, but there are hardly any publishers who generate significant revenues with ebooks. What can be done to counter piratry? Why doesn’t the branch learn from the mistakes made in the film and music sectors? And: What value does the written word have on the Web?

Keynote: Bálasz Bódo, waysystems.hu, Piracy Researcher/IVR Amsterdam

Panel: Beate Kuckertz, dotbooks.de; Benedikt Föger, Czernin Verlag; Daniel Carinsson, Author; Kurt Einzinger, ISPA et al.

Chair: Christoph Braendle, Autor

Presentation Film Contract Database
Friday, 14th June, 11:30

The Brussels based lawyer Michel Gyory presents a new clause database for the film industry, which has been developed within the framework of the Euromed Audiovisual Programme of the European Commission. The database allows easy and free preparation of contracts for feature films, documentaries, TV movies and TV series.

Panel 5: Hijacked Cinema
Friday, 14th June, 12.00
 

Does it still make sense today – and especially in the future – to produce elaborate films for the big screen if shortly after (or before!) the official premiere pirate copies pop up on the notorious portals? How should the often enormous initial investments be recovered when income from classic cinema marketing is slowly eroding? Is there a threat to lose European cultural heritage? Or do producers simply have to be more creative and adapt to the realities?

Keynote: Jérémie Zimmermann, La Quadrature du Net, Paris

Panel: Werner Müller, Film and Music Austria; Dagmar Streicher, Director, Jamie King, vodo.net, Paul Harather, Producer&Director; Ted Shapiro, Lawyer, ex Vice-President, MPAA

Panel 6: Braking The Net
Friday, 14th June, 15:00

The success of the Internet has hitherto been built upon the equal access of all net users. This principle which guarantees free participation in the digital market is called net neutrality. But Internet service providers no longer want to be simple forwarders of data packets. They want to be paid extra for the privileged delivery of certain content. This means: Anyone who wants their content to arrive at all end users without technical restrictions and in the highest quality should pay extra as should all Internet users who likewise want to participate in the Internet with the highest speed and quality. What effects does this development have on cultural diversity? What does this mean for the social and commercial role of the Internet – and how should this trend be countered? 

In cooperation with Initiative für Netzfreiheit und VIBE!AT:

Keynote: Marietje Schaake, Member of the European Parliament/ALDE

Panelists: Daphne van der Kroft / Bits of Freedom (NL); Philipp Sandner/RTR; Marco Schreuder/The Greens; Thomas Lohninger/Initiative für Netzfreiheit, Maximilian Schubert/ISPA, Gerhard Loub/ÖVP

Chair:
Sarah Kriesche / Ö1, FM4