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Panelbeschreibungen Deutsch/English


 
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Descriptions in English below

Panel 1: No/New Copyright

Seit in England im Jahr 1710 das Statute of Anne in Kraft trat, wurde geistiges Eigentum in immer mehr Staaten der Welt geschützt. Das Urheberrecht hat sich zu einem wichtigen Rechtsgut entwickelt. Es schützt Künstler und gewährleistet, dass diese von ihrer Kreativität leben können. Doch gilt das heute auch noch? Entspricht das Urheberrecht den Gegebenheiten unserer Zeit? Der Bogen der Forderungen reicht von „Beibehaltung“ über „Neuformulierung“ bis hin zur „Abschaffung“ des Urheberrechts. Wir stehen an einem wichtigen Wendepunkt, der für die Zukunft (der Vergütung) von geistigem Eigentum und künstlerischem Schaffen entscheidend ist.

Panel 2: Solidarność

Die Verwertungsgesellschaften stehen unter Beschuss. Nicht mehr zeitgemäß, nicht transparent, unklare Verteilung der eingenommenen Gelder – so lauten die Vorwürfe, vor allem auch von Seiten der Künstler. Das Gros der Kohle geht an die Dieter Bohlens dieser Welt. Andererseits heißt es aber: „Wir Künstler SIND die Verwertungsgesellschaften“. Wie ist es also um die Solidarität bestellt? Denn genau die Künstler sind es ja, die auf den jeweiligen Generalversammlungen den Verteilungsschlüssel festlegen und das System ändern könnten. Doch sie tun es nicht. Solidarność oder mittelalterliche Ständeordnung? Und: kann man als Kunstschaffender überleben, ohne Mitglied einer VG zu sein? Wie könnte man das System optimieren? Am Beispiel der Musikbranche wird die Thematik diskutiert.

Panel 3: Lassen Sie mich durch – ich bin Urheber

Seitdem die Debatte um das Urheberrecht im Mainstream angekommen ist, formieren sich in vielen Ländern Künstlerinnen und Künstler mit Aussagen wie "Wir sind die Urheber!" oder auch „Kunst hat Recht“. Dabei ist rein rechtlich gesehen schon jeder, der ein Handyfoto schießt, ein Urheber. Ist Urheberschaft ein Beruf? Es soll eruiert werden, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um sich Urheber nennen zu können. Muss man von seinem kreativen Schaffen leben können? Muss man sich berufen fühlen? Und: ist die Abgrenzung Urheber/Konsument in Zeiten von Youtube-Mashups, Pintarest-Pinnwänden und dem Aufkommen des Begriffs „Produser“ überhaupt noch zeitgemäß? Muss das Urheberrecht dieser Entwicklung nicht Rechnung tragen? Ist Europa bereit für die Einführung einer Fair-Use-Regelung?

Panel 4: Notice and take down

Das gerne gebrauchte Argument, dass es nicht genügend legale Angebote in Europa gäbe, stimmt für den digitalen Musikmarkt definitiv nicht. Doch wie sieht es im Bereich der Literatur aus? Weshalb wächst dieser Markt so langsam? Eine illegale Plattform im Karibikstaat Belize hat 2 Millionen „Kunden“ jährlich, doch es gibt kaum Verlage, die nennenswerte Einnahmen durch ebooks haben. Was kann gegen die Piraterie getan werden? Weshalb lernt die Branche nicht aus den Fehlern, die im Film- und Musikbereich gemacht wurden? Und: welchen Wert hat das geschriebene Wort im Netz?

Panel 5: Gekapertes Kino

Lohnt es sich heute – und vor allem in Zukunft – noch, aufwändige Filme für die Kinoleinwand zu produzieren, wenn schon kurz nach (oder vor!) dem offiziellen Starttermin Raubkopien auf den bekannten Portalen auftauchen? Wie sollen die teils enorm hohen Anfangsinvestitionen wieder eingespielt werden, wenn die Einnahmen durch die klassische Kinovermarktung langsam wegbrechen? Droht ein Verlust des kulturellen europäischen Erbes? Oder müssen die Produzenten einfach mehr Kreativität entwickeln und sich den Gegebenheiten anpassen?

Panel 6: Drohszenario Drosselnetz

Der Erfolg des Internets beruhte bislang auf dem gleichberechtigten Zugang aller Netzteilnehmer. Dieses Prinzip, das die freien Teilhabe am digitalen Markt garantiert, heißt Netzneutralität. Internet Service Provider wollen jedoch nicht mehr bloße Spediteure von Datenpaketen sein. Sie wollen für den bevorzugten Transport mancher Inhalte gesondert bezahlt werden. Das heißt: Das heißt: Wer in Zukunft Angebote ins Netz stellt, die ohne technische Einschränkungen und in bester Qualität zu allen Endkunden gelangen sollen, soll ebenso zusätzlich bezahlen, wie alle Internetnutzer, die gleichfalls in voller Geschwindigkeit und in bester Qualität am gesamten Internet teilnehmen wollen. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung für die kulturelle Vielfalt? Was bedeutet dies für die gesellschaftliche und kommerzielle Bedeutung des Internets - und wie kann diesem Trend begegnet werden?


ENGLISH

 

Panel 1: No/New Copyright

Since the Statute of Anne entered into force in England in the year 1710, intellectual property has been safeguarded in an increasing number of countries around the world. Copyright has become an important legally protected interest. It protects artists and guarantees that they can live from their creativity. But is this still applicable today? Does copyright correlate with the realities of our time? The spectrum of demands ranges from “upholding” to “reformulating” or even “abolishing” copyright. We are standing at a significant milestone, which will be decisive for the future (compensation) of intellectual property and artistic work. 

Panel 2: Solidarność

Collecting societies are under fire. Not in keeping with the time, not transparent, unclear distribution of accumulated money – these are the accusations, above all from the side of the artist. The bulk of the cash flows in the direction of the Dieter Bohlens of this world. On the other hand, the saying goes: “We artists ARE the collecting societies.” What is this doing to solidarity exactly? For it is precisely the artists who specify the distribution basis at the respective general assemblies and could also abolish the system of “privileged members”. But they don’t. Solidarność or a medieval caste system? And: Can one survive as an artist without being a member of a collecting society? How can we optimise the system? This topic will be discussed on the example of the music branch.

Panel 3: Let me through – I’m an author

Since the debate around copyright has arrived in the mainstream, groups of artists have been forming in numerous countries with statements such as “We are the authors!” or “Art is right”. However, strictly from a legal point of view, anyone who takes a snapshot with his or her mobile phone is an author. Is authorship a profession? It should be determined which conditions must be fulfilled in order to call oneself an author. Should one be able to live from their creative work? Must one feel a calling? And: Is the differentiation author/consumer even still applicable in the age of YouTube mashups, Pinterest pinwalls, and the emergence of the term “produser”? Shouldn’t copyright take these developments into account? Is Europe ready for the introduction of a fair use policy? 

Panel 4: Notice and take down

The happily used argument that there isn’t enough legal offers in Europe is certainly not true for the digital music market. But how does it look in the realm of literature? Why does this market grow so slowly? An illegal platform in the Caribbean state Belize has two million “clients” annually, but there are hardly any publishers who generate significant revenues with ebooks. What can be done to counter piratry? Why doesn’t the branch learn from the mistakes made in the film and music sectors? And: What value does the written word have on the Web?

Panel 5: Hijacked Cinema 

Does it still make sense today – and especially in the future – to produce elaborate films for the big screen if shortly after (or before!) the official premiere pirate copies pop up on the notorious portals? How should the often enormous initial investments be recovered when income from classic cinema marketing is slowly eroding? Is there a threat to lose European cultural heritage? Or do producers simply have to be more creative and adapt to the realities?

Panel 6: Braking The Net 

The success of the Internet has hitherto been built upon the equal access of all net users. This principle which guarantees free participation in the digital market is called net neutrality. But Internet service providers no longer want to be simple forwarders of data packets. They want to be paid extra for the privileged delivery of certain content. This means: Anyone who wants their content to arrive at all end users without technical restrictions and in the highest quality should pay extra as should all Internet users who likewise want to participate in the Internet with the highest speed and quality. What effects does this development have on cultural diversity? What does this mean for the social and commercial role of the Internet – and how should this trend be countered?